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Aquarium und Terrarium: Wie viel Strom Heizung, Licht und Filter brauchen

6 Min. Lesezeit · Stand: 1. Oktober 2026

Ein Aquarium braucht Strom für drei Dinge: Filterpumpe, Beleuchtung und Heizung. Bei einem Becken mit rund 150 Litern, LED-Licht und tropischer Wassertemperatur kommen leicht 0,6 kWh am Tag zusammen – das sind gut 220 kWh im Jahr oder rund 70 € bei 32 Cent pro kWh. Terrarien mit Wärmespot und UV-Lampe liegen oft darüber, weil die Lampen gleichzeitig heizen. Den Verbrauch rechnest du aus den Wattangaben auf den Geräten und ihren Laufzeiten aus – ohne den Tieren etwas abzuverlangen.

Woraus sich der Verbrauch eines Aquariums zusammensetzt

  • Filterpumpe: läuft 24 Stunden am Tag, hat aber meist nur wenige Watt. Der Zoofachhändler Dehner nennt für Becken von 60 bis 240 Litern Filterpumpen mit 4,4 bis 6,5 Watt.
  • Beleuchtung: läuft typischerweise etwa 10 Stunden am Tag. Ältere Becken mit Leuchtstoffröhren haben oft 2 × 23 oder 2 × 29 Watt, LED-Leuchten kommen in der Regel mit weniger Watt aus – vergleiche die Angaben auf den Typenschildern.
  • Heizstab: schaltet sich nur zu, wenn das Wasser unter die eingestellte Temperatur fällt. Sein Verbrauch hängt vom Unterschied zwischen Raum- und Wassertemperatur ab – und ist am schwersten abzuschätzen.

Für den Heizstab hilft dieselbe Physik wie beim Warmwasser: Um einen Liter Wasser um ein Grad zu erwärmen, braucht man rund 1,16 Wattstunden. Dehner rechnet vor: 150 Liter einmal um 3 Grad aufzuheizen braucht 150 × 3 × 1,16 = 522 Wh. Für das bloße Halten der Temperatur schätzt Dehner bei diesem Becken etwa 250 Wh pro Tag – unter der Annahme, dass Licht und Pumpe das Wasser schon etwas mitwärmen und der Raum normal geheizt ist.

Rechenbeispiel · 150-Liter-Aquarium mit LED-Beleuchtung

  • Filterpumpe 6,5 W × 24 h = 156 Wh pro Tag
  • LED-Leuchte, angenommen 20 W × 10 h = 200 Wh pro Tag
  • Heizstab, Schätzwert nach Dehner: 250 Wh pro Tag
  • Summe: 606 Wh pro Tag × 365 = 221 kWh pro Jahr
  • 221 kWh × 0,32 € = 71 €

Rund 71 € im Jahr – mit zwei alten 23-W-Röhren statt LED wären es etwa 30 € mehr

Die Mehrkosten der Röhren: 2 × 23 W × 10 h = 460 Wh statt 200 Wh am Tag, also 260 Wh mehr. Über das Jahr sind das 95 kWh oder rund 30 €.

Terrarium: Lampen, die gleichzeitig heizen

Im Terrarium übernehmen meist Lampen die Heizung. Wärmespots gibt es in vielen Stärken – der Hersteller Exo Terra bietet sie zum Beispiel von 25 bis 150 Watt an. Dazu kommen oft eine UV-Lampe, eine Heizmatte oder ein Heizkabel. Weil die Tiere über den Tag Licht und einen Wärmeplatz brauchen, läuft die Technik oft viele Stunden täglich – wie lange, hängt von der Art ab.

Rechenbeispiel · Terrarium mit Wärmespot und UV-Lampe

  • Wärmespot 100 W × 12 h = 1.200 Wh pro Tag
  • UV-Leuchte 15 W × 10 h = 150 Wh pro Tag
  • Summe: 1.350 Wh pro Tag × 365 = 493 kWh pro Jahr
  • 493 kWh × 0,32 € = 158 €

Rund 158 € im Jahr – ein einzelnes Terrarium kann so viel kosten wie ein alter Kühlschrank

Was eine Lampe oder Heizung im Jahr kostet (bei 32 ct/kWh)
Leistung und LaufzeitVerbrauch pro JahrKosten pro Jahr
15 W × 10 h (UV-Leuchte)55 kWh≈ 18 €
50 W × 12 h (Wärmespot)219 kWh≈ 70 €
100 W × 12 h (Wärmespot)438 kWh≈ 140 €
150 W × 12 h (Wärmespot)657 kWh≈ 210 €
6,5 W × 24 h (Aquarienfilter)57 kWh≈ 18 €

Hast du mehrere Becken oder eine ganze Terrarienanlage, multipliziert sich das. Ein paar zusätzliche Terrarien erklären leicht einen Anstieg um mehrere hundert Kilowattstunden im Jahr.

Sparen, ohne die Tiere zu gefährden

  • LED statt Leuchtstoffröhre: Wie viel du sparst, zeigt der Vergleich der Wattzahlen bei gleicher Brenndauer (siehe Rechenbeispiel oben). Die Beleuchtungsdauer bleibt gleich, damit sich am Tagesrhythmus nichts ändert. Lichtfarbe und -stärke mit dem Fachhandel abstimmen, besonders bei bepflanzten Becken.
  • Abdeckung schließen: Laut Dehner ist das Wasser in einem abgedeckten Becken durch die Abwärme von Licht und Pumpe etwa zwei Grad wärmer als der Raum – der Heizstab muss weniger nachheizen.
  • Standort: Ein Becken an einer kalten Außenwand oder in einem unbeheizten Raum braucht mehr Heizenergie.
  • Thermostat und Zeitschaltuhr: Wärmequellen im Terrarium über einen passenden Thermostat und das Licht über eine Zeitschaltuhr steuern, wie es der Hersteller vorsieht – so laufen sie nicht länger als nötig.
  • Artenwahl beim nächsten Becken: Dehner nennt Fische wie Guppys, Platys oder Kardinäle, die sich auch bei etwa 20 °C halten lassen – dann kann der Heizstab entfallen. Eine Umstellung bestehender Becken ist keine Sparmaßnahme.

So prüfst du mit dem Zähler, ob das Becken dein Stromfresser ist

Weil du die Technik nicht einfach abschalten sollst, arbeitest du hier vor allem mit den Wattangaben und einer Messung:

  1. Alle Geräte erfassen: Wattzahl vom Typenschild jeder Pumpe, Lampe und Heizung abschreiben oder fotografieren, dazu die Laufzeit aus der Zeitschaltuhr.
  2. Erklärten Verbrauch rechnen: Watt × Stunden pro Tag, alles addieren. Das ist dein Sollwert.
  3. Mit einem Zwischenstecker-Messgerät an der Steckdosenleiste des Beckens 24 Stunden messen. Das erfasst auch, wie oft der Heizstab wirklich läuft – siehe Strommessgerät richtig nutzen.
  4. Ohne Messgerät: Miss die Grundlast nachts, wenn das Licht aus ist, und dann tagsüber zur selben Zeit mit eingeschaltetem Licht, während sonst nichts läuft. Die Differenz entspricht ungefähr der Beleuchtung; Filter und Heizung stecken in der Nacht-Grundlast.

Liegt der gemessene Wert deutlich über dem errechneten, kann ein Heizstab dauerhaft durchlaufen – etwa weil er zu klein ist, der Raum kalt ist oder der Regler nicht mehr richtig schaltet. Ein Thermometer im Becken zeigt, ob die Temperatur trotzdem stimmt.

Häufige Fragen

Wie viel Strom verbraucht ein Aquarium im Jahr?

Ein beheiztes Becken mit etwa 150 Litern, LED-Licht und Filter braucht rund 0,6 kWh am Tag, also gut 220 kWh im Jahr. Bei 32 Cent pro kWh sind das etwa 70 Euro. Mit alten Leuchtstoffröhren oder in einem kalten Raum wird es mehr.

Wie viel Strom braucht ein Aquarium-Heizstab?

Das hängt vom Unterschied zwischen Raum- und Wassertemperatur ab. Um einen Liter Wasser um ein Grad zu erwärmen, braucht man rund 1,16 Wh. Dehner schätzt für das Halten der Temperatur in einem 150-Liter-Becken etwa 250 Wh pro Tag.

Was kostet eine Wärmelampe im Terrarium?

Ein 100-Watt-Wärmespot, der zwölf Stunden am Tag brennt, braucht 1,2 kWh am Tag oder 438 kWh im Jahr. Bei 32 Cent pro kWh sind das rund 140 Euro.

Darf ich den Aquarienfilter nachts ausschalten, um Strom zu sparen?

Nein. Der Filter muss rund um die Uhr laufen, damit die Wasserqualität stabil bleibt. Er braucht meist ohnehin nur wenige Watt. Sparen lässt sich eher bei der Beleuchtung durch LED-Leuchten.

Quellen

Alle Kostenbeispiele mit einem Strompreis von 32 Cent pro kWh. Angaben ohne Gewähr; bei technischen Fragen hilft eine Elektrofachkraft.

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