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Durchlauferhitzer, Boiler, Untertischgerät: So viel Strom kostet warmes Wasser

6 Min. Lesezeit · Stand: 1. Oktober 2026

Wer Wasser mit Strom erwärmt, kann den Verbrauch genau ausrechnen: Liter × Temperaturerhöhung in Grad × 1,163 Wh. Eine achtminütige Dusche mit 9 Litern pro Minute, bei der das Wasser von 10 °C auf 38 °C erwärmt wird, braucht damit rund 2,3 kWh – bei 32 Cent pro kWh etwa 75 Cent. Täglich geduscht sind das im Jahr rund 850 kWh. In Haushalten mit Durchlauferhitzer ist warmes Wasser deshalb oft der größte einzelne Stromposten, und schon längeres oder häufigeres Duschen lässt die Rechnung spürbar steigen.

Die Formel: Liter × Grad × 1,163 Wh

Um einen Liter Wasser um ein Grad zu erwärmen, braucht man physikalisch 1,163 Wattstunden. Der Wert ergibt sich aus der spezifischen Wärmekapazität von Wasser: 4,19 Kilojoule pro Kilogramm und Grad, geteilt durch 3.600 Sekunden pro Stunde. Elektrische Durchlauferhitzer setzen den Strom nahezu vollständig in Wärme um, deshalb kannst du mit diesem Wert direkt rechnen.

Rechenbeispiel · Eine Dusche mit dem Durchlauferhitzer

  • Duschdauer 8 Minuten × 9 Liter pro Minute = 72 Liter
  • Kaltwasser 10 °C, Duschwasser 38 °C: Erhöhung um 28 Grad
  • 72 l × 28 Grad × 1,163 Wh = 2.345 Wh ≈ 2,34 kWh
  • 2,34 kWh × 0,32 € = 0,75 €
  • Einmal am Tag, das ganze Jahr: 2,34 kWh × 365 = 856 kWh

Rund 75 Cent pro Dusche, etwa 274 € im Jahr für eine Person

Die Kaltwassertemperatur schwankt über das Jahr; im Winter ist das Leitungswasser kälter, dann braucht dieselbe Dusche etwas mehr Strom. Für eine Abschätzung reichen 10 °C.

Strom für warmes Wasser, Kaltwasser 10 °C (bei 32 ct/kWh)
AnwendungWassermengeStromKosten
Dusche 5 Min. × 9 l/min, 38 °C45 l1,47 kWh≈ 0,47 €
Dusche 8 Min. × 9 l/min, 38 °C72 l2,34 kWh≈ 0,75 €
Dusche 10 Min. × 6 l/min (Sparduschkopf), 38 °C60 l1,95 kWh≈ 0,63 €
Dusche 10 Min. × 12 l/min, 38 °C120 l3,91 kWh≈ 1,25 €
Vollbad 150 l, 40 °C150 l5,23 kWh≈ 1,67 €

Durchlauferhitzer: hohe Leistung, kurze Laufzeit

Ein Durchlauferhitzer erhitzt das Wasser erst in dem Moment, in dem es fließt. Dafür braucht er eine sehr hohe Leistung: Die Verbraucherzentrale empfiehlt für komfortables Duschen etwa 21 Kilowatt. Das Gerät ist deshalb fest an Starkstrom angeschlossen. Wie viel Leistung tatsächlich fließt, hängt von Wassermenge und gewünschter Temperatur ab: Für 9 Liter pro Minute, die um 28 Grad erwärmt werden, sind es rund 17,6 kW (9 l × 28 Grad × 1,163 Wh × 60 Minuten pro Stunde).

  • Elektronisch geregelte Geräte halten die eingestellte Temperatur aufs Grad genau. Laut Verbraucherzentrale sparen sie im Alltag bis zu 30 Prozent Strom gegenüber hydraulischen Geräten.
  • Hydraulische Geräte heizen in festen Stufen; oft wird zu heißes Wasser mit kaltem gemischt – das ist verschenkte Energie.
  • Sparduschkopf: Ein neuer Duschkopf sollte laut Verbraucherzentrale weniger als 9 Liter pro Minute durchlassen, sehr gute Modelle kommen mit 6 Litern aus. Einfache Duschköpfe brauchen 10 bis 12 Liter, manche 14. Achtung: Hydraulische Durchlauferhitzer schalten oft erst ab etwa 8 Litern pro Minute ein – dort passt nicht jeder Sparduschkopf.

Wie viel dein Duschkopf durchlässt, misst du mit einem Eimer: Laut Verbraucherzentrale einen 10-Liter-Eimer füllen, die Sekunden stoppen und 600 durch die Sekunden teilen – das Ergebnis sind Liter pro Minute.

Boiler und Untertischgerät: der Strom, der auch ohne Zapfen fließt

Speicher – vom 5-Liter-Untertischgerät bis zum großen Wandspeicher – halten ständig eine Wassermenge warm. Dabei verlieren sie Wärme, die nachgeheizt wird, auch wenn niemand den Hahn aufdreht. Diesen Bereitschaftsenergieverbrauch geben Hersteller im Datenblatt an, meist bei 65 °C:

Bereitschaftsverluste laut Herstellerdatenblatt (Stiebel Eltron, bei 65 °C) und Kosten bei 32 ct/kWh
Speicherpro 24 hpro JahrKosten pro Jahr
Kleinspeicher 5 l (ESH 5 U-N Trend)0,25 kWh91 kWh≈ 29 €
Wandspeicher 80 l (SHZ 80 LCD)0,67 kWh245 kWh≈ 78 €
Wandspeicher 150 l (SHZ 150 LCD)1,16 kWh423 kWh≈ 135 €

Das ist nur das Warmhalten – das Wasser, das du tatsächlich zapfst, kommt mit der Formel oben dazu. Ein Untertischgerät im selten genutzten Gäste-WC oder in einer leerstehenden Einliegerwohnung kostet also Jahr für Jahr Geld, ohne dass jemand davon etwas hat.

So prüfst du mit dem Zähler, was das warme Wasser kostet

Beim Durchlauferhitzer ist die Probe besonders eindeutig, weil er so viel Leistung zieht:

  1. Zählerstand direkt vor dem Duschen notieren – am besten per Foto.
  2. Normal duschen, währenddessen keine großen Geräte laufen lassen.
  3. Zählerstand direkt danach notieren. Die Differenz, abzüglich weniger Wattstunden Grundlast, ist der Verbrauch deiner Dusche – typischerweise 1,5 bis 4 kWh.
  4. Hochrechnen: Verbrauch pro Dusche × Duschen pro Woche im Haushalt × 52. Hat sich die Zahl der Duschen erhöht – neues Familienmitglied, Sport, Homeoffice –, erklärt das oft einen Anstieg auf der Rechnung.

Beim Boiler funktioniert die Grundlastmessung über Nacht: Wird nachts kein Wasser gezapft, steckt in der Grundlast auch der Bereitschaftsverlust des Speichers. Ein 80-Liter-Speicher mit 0,67 kWh pro Tag macht im Schnitt etwa 28 Watt aus (670 Wh ÷ 24 h).

Die wirksamsten Hebel

  • Kürzer duschen: Jede Minute weniger spart bei 9 Litern pro Minute und 28 Grad Erwärmung rund 0,29 kWh, also gut 9 Cent.
  • Sparduschkopf, sofern dein Durchlauferhitzer damit zuverlässig einschaltet.
  • Temperatur am elektronischen Durchlauferhitzer direkt auf die Wunschtemperatur stellen statt heiß mit kalt zu mischen.
  • Ungenutzte Kleinspeicher auf niedrigste Stufe oder aus.
  • Alten hydraulischen Durchlauferhitzer von einer Elektrofachkraft gegen ein elektronisches Gerät tauschen lassen.

Wie viel Strom ein Haushalt mit elektrischer Warmwasserbereitung normalerweise braucht, zeigt der Vergleich im Artikel Durchschnittlicher Stromverbrauch im Haushalt.

Häufige Fragen

Wie viel Strom verbraucht ein Durchlauferhitzer beim Duschen?

Rechne Liter × Temperaturerhöhung × 1,163 Wh. Eine Dusche mit 72 Litern, die von 10 °C auf 38 °C erwärmt werden, braucht rund 2,3 kWh – bei 32 Cent pro kWh etwa 75 Cent.

Was kostet ein Vollbad mit Strom?

150 Liter von 10 °C auf 40 °C zu erwärmen braucht 150 × 30 × 1,163 Wh, also rund 5,2 kWh. Bei 32 Cent pro kWh sind das etwa 1,67 Euro.

Wie viel Strom verbraucht ein Boiler, wenn kein Wasser gezapft wird?

Das steht im Datenblatt als Bereitschaftsenergieverbrauch. Bei Stiebel-Eltron-Geräten sind es zum Beispiel 0,25 kWh pro Tag beim 5-Liter-Kleinspeicher und 0,67 kWh beim 80-Liter-Wandspeicher – im Jahr rund 91 bzw. 245 kWh.

Spart ein elektronischer Durchlauferhitzer Strom?

Ja. Laut Verbraucherzentrale können elektronisch geregelte Geräte im Alltag bis zu 30 Prozent Strom gegenüber hydraulischen sparen, weil sie die Temperatur genau halten und weniger kaltes Wasser zugemischt wird.

Darf ich den Durchlauferhitzer selbst austauschen?

Nein. Durchlauferhitzer sind fest an Starkstrom angeschlossen. Anschluss und Austausch gehören in die Hände einer Elektrofachkraft.

Quellen

Alle Kostenbeispiele mit einem Strompreis von 32 Cent pro kWh. Angaben ohne Gewähr; bei technischen Fragen hilft eine Elektrofachkraft.

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