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Umwälzpumpe als Stromfresser: alte Heizungs- und Zirkulationspumpen erkennen

7 Min. Lesezeit · Stand: 1. Oktober 2026

Die Umwälzpumpe der Heizung und die Zirkulationspumpe fürs Warmwasser laufen oft tausende Stunden im Jahr – und fallen deshalb kaum auf. Alte, ungeregelte Heizungspumpen haben laut co2online 30 bis über 100 Watt, moderne Hocheffizienzpumpen nur 3 bis 18 Watt. Läuft eine 80-Watt-Pumpe das ganze Jahr durch, sind das rund 700 kWh – bei 32 Cent pro kWh etwa 225 € im Jahr. Ob du so eine Pumpe hast, siehst du in wenigen Minuten am Typenschild.

Zwei Pumpen, ein Problem: Dauerbetrieb

In Häusern mit Zentralheizung arbeiten meist zwei Pumpen, die man leicht verwechselt:

  • Heizungs-Umwälzpumpe: Sie drückt das warme Heizungswasser vom Kessel durch die Heizkörper oder die Fußbodenheizung. Sie sitzt im Kessel oder direkt daneben im Heizungsrohr.
  • Warmwasser-Zirkulationspumpe: Sie pumpt warmes Trinkwasser ständig im Kreis, damit es am Hahn sofort warm herauskommt. Sie hängt meist an der Leitung neben dem Warmwasserspeicher.

Beide sind klein, leise und laufen im Hintergrund. Genau das macht sie zum typischen versteckten Stromfresser: Eine Pumpe, die im Sommer weiterläuft, obwohl gar nicht geheizt wird, oder eine Zirkulationspumpe ohne Zeitschaltuhr zählt Stunde für Stunde zur Grundlast deines Haushalts.

Das Umweltbundesamt beziffert den Stromverbrauch aller Umwälzpumpen in Deutschland auf rund 16 Milliarden kWh im Jahr – mehr als die gesamte Beleuchtung der Privathaushalte. Durch Austausch, richtige Größe und Einstellung lassen sich nach UBA-Angaben 60 bis 70 Prozent davon einsparen.

Alte Pumpe am Typenschild erkennen

Du musst dafür nichts öffnen. Die Leistungsangabe steht auf dem Typenschild am Pumpengehäuse oder auf dem Motorkopf. co2online nennt diese Erkennungsmerkmale:

Pumpentypen nach Angabe auf dem Typenschild (nach co2online)
Was auf dem Schild stehtPumpentypLeistung
ein einzelner Wert, z. B. „80“einstufig, ungeregeltbis über 100 W
mehrere Werte (meist drei), Stufenschalter 1–2–3mehrstufig, ungeregeltetwa 30–80 W
Bereich mit Bindestrich, z. B. „25–60“elektronisch geregelt (ältere Bauart)25–60 W
Angabe „EEI ≤ 0,23“ oder kleiner, oft mit DisplayHocheffizienzpumpe3–18 W

Der EEI (Energieeffizienzindex) ist das sicherste Zeichen: Nach der EU-Ökodesign-Verordnung dürfen Nassläufer-Umwälzpumpen seit August 2015 nur noch mit einem EEI von höchstens 0,23 in Verkehr gebracht werden. Steht kein EEI auf dem Schild, sondern ein Stufenschalter mit drei Wattzahlen, ist die Pumpe älter.

Was die Pumpe im Jahr kostet

Entscheidend ist nicht nur die Leistung, sondern die Laufzeit. co2online rechnet für Heizungspumpen mit 4.000 Heizstunden im Jahr. Läuft die Pumpe auch im Sommer – weil die Heizung nicht auf Sommerbetrieb steht oder die Pumpe ungeregelt durchläuft –, sind es bis zu 8.760 Stunden.

Stromkosten einer Pumpe je nach Leistung und Laufzeit (bei 32 ct/kWh)
Leistung4.000 h (Heizperiode)8.760 h (ganzjährig)
5 W (Hocheffizienz)20 kWh ≈ 6 €44 kWh ≈ 14 €
45 W180 kWh ≈ 58 €394 kWh ≈ 126 €
80 W320 kWh ≈ 102 €701 kWh ≈ 224 €
100 W400 kWh ≈ 128 €876 kWh ≈ 280 €

Rechenbeispiel · Alte Stufenpumpe gegen Hocheffizienzpumpe

  • Typenschild alte Pumpe: Stufe 3 = 80 W, läuft ganzjährig
  • 80 W × 8.760 h = 700,8 kWh pro Jahr
  • 700,8 kWh × 0,32 € = 224 € pro Jahr
  • Neue Hocheffizienzpumpe, angenommen im Mittel 8 W, ebenfalls ganzjährig:
  • 8 W × 8.760 h = 70,1 kWh × 0,32 € = 22 € pro Jahr

Ersparnis ≈ 630 kWh bzw. rund 200 € im Jahr

co2online nennt für Anschaffung und Einbau einer neuen Heizungspumpe im Schnitt 300 bis 400 Euro; die Kosten rechnen sich nach zwei bis sieben Jahren, das Umweltbundesamt nennt etwa drei bis vier Jahre. Je länger die alte Pumpe lief, desto schneller geht es.

Zirkulationspumpe: klein, aber rund um die Uhr

Die Zirkulationspumpe kostet doppelt: Sie braucht selbst Strom, und das ständig umlaufende warme Wasser gibt Wärme an die Rohre ab. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz weist darauf hin, dass zentrale Warmwassersysteme mit Zirkulation für das ständige Bereithalten unter Umständen mehr Energie brauchen als für die Erwärmung des Wassers selbst. Ihr Rat: eine hocheffiziente Pumpe und eine Zeitschaltuhr, die die Pumpe nur zu den Zeiten laufen lässt, in denen ihr wirklich warmes Wasser braucht.

Wie groß der Unterschied sein kann, zeigt ein Datenblatt: Eine moderne Trinkwasser-Zirkulationspumpe wie die Wilo Star-Z NOVA nimmt laut Hersteller 3 bis 5 Watt auf. Bei älteren, ungeregelten Pumpen kann es deutlich mehr sein – maßgeblich ist, was auf deinem Typenschild steht.

Rechenbeispiel · Zirkulationspumpe mit und ohne Zeitschaltuhr

  • Angenommen, das Typenschild zeigt 45 W
  • Dauerbetrieb: 45 W × 24 h × 365 = 394 kWh ≈ 126 € pro Jahr
  • Mit Zeitschaltuhr, 5 Stunden am Tag: 45 W × 5 h × 365 = 82 kWh ≈ 26 € pro Jahr
  • Moderne Pumpe mit 5 W im Dauerbetrieb: 5 W × 8.760 h = 44 kWh ≈ 14 € pro Jahr

Zeitschaltuhr oder Tausch spart hier rund 100 € Strom im Jahr – dazu kommt weniger Wärmeverlust in den Leitungen

Manche Zirkulationspumpen hängen mit einem Stecker an einer Steckdose. Dann kannst du die Leistung mit einem Zwischenstecker-Messgerät direkt ablesen – mehr dazu im Artikel Strommessgerät richtig nutzen.

So prüfst du mit dem Zähler, ob die Pumpe dein Stromfresser ist

  1. Typenschild lesen und die Wattzahl mit den Stunden multiplizieren, in denen die Pumpe läuft. Das ist dein erklärter Verbrauch für dieses Gerät.
  2. Grundlast messen: abends und morgens den Zählerstand notieren und daraus die Watt rechnen – Anleitung im Artikel Grundlast messen.
  3. Im Sommer vergleichen: Liegt deine Grundlast außerhalb der Heizperiode immer noch hoch und steht die Heizung nicht auf Sommerbetrieb, läuft die Pumpe wahrscheinlich durch.
  4. Gegenprobe: Stell die Heizung am Bedienteil auf „Sommer“ bzw. nur Warmwasser, wie es das Umweltbundesamt am Ende der Heizperiode ohnehin empfiehlt, und miss die Grundlast erneut. Die Differenz in Watt ist der Anteil der Pumpe.

Tausch, Einstellung und Förderung

  • Pumpe tauschen lassen: Für eine Fachkraft dauert der Tausch laut co2online ein bis zwei Stunden. Lass dabei die passende Größe wählen – das Umweltbundesamt nennt die richtige Dimensionierung ausdrücklich als Sparhebel.
  • Richtig einstellen: Tag an, Nacht aus und am Ende der Heizperiode Sommerbetrieb – das empfiehlt das Umweltbundesamt. Das geht meist am Bedienteil der Heizung.
  • Hydraulischer Abgleich: Werden manche Heizkörper nicht richtig warm, wird oft die Pumpe hochgedreht. Besser ist ein hydraulischer Abgleich durch den Fachbetrieb.
  • Zirkulation begrenzen: Zeitschaltuhr oder bedarfsgesteuerte Regelung einbauen lassen.

Förderung: Beim BAFA ist der Austausch von Heizungspumpen als Heizungsoptimierung förderfähig – mit einem Grundfördersatz von 15 Prozent der förderfähigen Ausgaben, ab einem Mindestinvestitionsvolumen von 300 Euro brutto. Voraussetzungen sind unter anderem eine Heizungsanlage, die älter als zwei Jahre ist, ein hydraulisch abgeglichenes System und die Einbindung eines Fachunternehmens oder Energieeffizienz-Experten. Förderbedingungen ändern sich; prüfe die aktuellen Regeln beim BAFA, bevor du den Auftrag vergibst.

Häufige Fragen

Wie viel Strom verbraucht eine alte Heizungspumpe?

Ungeregelte Pumpen haben laut co2online etwa 30 bis über 100 Watt. Bei 4.000 Heizstunden sind das 120 bis 400 kWh im Jahr, bei Dauerbetrieb bis zu 876 kWh – bei 32 Cent pro kWh bis zu rund 280 Euro.

Woran erkenne ich eine Hocheffizienzpumpe?

Auf dem Typenschild steht ein Energieeffizienzindex von „EEI ≤ 0,23“ oder kleiner, die Leistung liegt bei etwa 3 bis 18 Watt, und oft hat die Pumpe ein Display. Ein Drehschalter mit drei Stufen und drei Wattzahlen deutet auf eine alte, ungeregelte Pumpe hin.

Lohnt sich der Tausch der Heizungspumpe?

Meist ja, wenn die alte Pumpe ungeregelt ist. Anschaffung und Einbau kosten laut co2online im Schnitt 300 bis 400 Euro, die Einsparung kann bei einer alten Pumpe im Dauerbetrieb rund 200 Euro im Jahr betragen. Damit rechnet sich der Tausch oft innerhalb weniger Jahre.

Darf ich die Heizungspumpe selbst tauschen?

Nein, das sollte ein Heizungsfachbetrieb machen. Die Pumpe sitzt im wasserführenden Heizkreis und ist elektrisch angeschlossen. Außerdem verlangt die Förderung die Einbindung eines Fachunternehmens.

Muss die Zirkulationspumpe rund um die Uhr laufen?

In Einfamilienhäusern meist nicht. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die Laufzeit mit einer Zeitschaltuhr auf die Zeiten zu begrenzen, in denen warmes Wasser gebraucht wird. Einstellung und Einbau übernimmt der Fachbetrieb.

Quellen

Alle Kostenbeispiele mit einem Strompreis von 32 Cent pro kWh. Angaben ohne Gewähr; bei technischen Fragen hilft eine Elektrofachkraft.

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