Stromfahnder

E-Bike-Akku, Saugroboter und Ladegeräte: Wie viel Strom das Laden wirklich kostet

6 Min. Lesezeit · Stand: 17. Oktober 2026

Das Laden von Akkus macht deine Stromrechnung kaum teurer. Ein typischer E-Bike-Akku mit 500 Wh braucht mit Ladeverlusten etwa 0,6 kWh aus der Steckdose. Bei 32 Cent pro kWh sind das rund 19 Cent pro Ladung. Wer zweimal pro Woche lädt, zahlt im Jahr etwa 20 Euro. Ein Saugroboter-Akku kostet pro Ladung gut 1 Cent. Mehr Strom verbrauchen oft die Ladestationen und Docks, weil sie rund um die Uhr am Netz hängen: Bei 3 bis 4 Watt sind das 8 bis 11 Euro im Jahr. Hier erfährst du, wie du die Kosten für deine Geräte selbst ausrechnest und mit deinem Stromzähler prüfst, ob sie für einen gestiegenen Verbrauch verantwortlich sind.

So rechnest du die Kosten pro Ladung aus

Du brauchst nur die Kapazität des Akkus in Wattstunden (Wh). Sie steht meist auf dem Akku oder im Datenblatt. Wenn dort nur Volt (V) und Amperestunden (Ah) angegeben sind, multiplizierst du beide Werte: 36 V × 10 Ah = 360 Wh.

Beim Laden geht Energie als Wärme verloren, im Ladegerät und im Akku selbst. Du ziehst deshalb mehr Strom aus der Steckdose, als später im Akku ist. Wie hoch der Verlust ist, hängt vom Ladegerät, vom Zustand des Akkus und vom Ladestand ab. Öko-Test hat für einen Saugroboter-Akku mit 31 Wh einen Strombedarf angesetzt, der rund ein Fünftel über der Akkukapazität liegt. Für die Beispiele in diesem Artikel rechnen wir deshalb vorsichtig mit 20 Prozent Aufschlag. Wie viel es bei deinem Gerät genau ist, findest du nur durch eine Messung heraus.

Rechenbeispiel · E-Bike-Akku mit 500 Wh, Strompreis 32 Cent pro kWh

  • Akkukapazität: 500 Wh
  • Plus 20 % Ladeverluste: 500 Wh × 1,2 = 600 Wh = 0,6 kWh
  • Kosten pro Vollladung: 0,6 kWh × 0,32 €/kWh = 0,192 €
  • Zweimal pro Woche laden: 104 Ladungen × 0,6 kWh = 62,4 kWh im Jahr
  • Kosten pro Jahr: 62,4 kWh × 0,32 €/kWh = 19,97 €

Etwa 19 Cent pro Ladung und rund 20 Euro im Jahr, wenn du zweimal pro Woche von leer auf voll lädst

Alle Werte sind Rechenbeispiele für eine Ladung von leer auf voll. Wenn du nur nachlädst, kostet es entsprechend weniger.
Gerät (Beispielakku)KapazitätAus der Steckdose (+20 %)Kosten pro Ladung bei 32 ct/kWh
Saugroboter31 Wh37 Wh1,2 Cent
Akkuschrauber (18 V × 4 Ah)72 Wh86 Wh2,8 Cent
E-Scooter (36 V × 10 Ah)360 Wh432 Wh13,8 Cent
E-Bike500 Wh600 Wh19,2 Cent
E-Bike625 Wh750 Wh24,0 Cent
E-Bike750 Wh900 Wh28,8 Cent

Saugroboter und Mähroboter: Das Dock kostet oft mehr als das Laden

Ein Saugroboter, der jeden Tag einmal voll geladen wird, braucht im Jahr nur 365 × 37 Wh = 13,5 kWh. Das sind etwa 4,30 Euro. Die Ladestation ist aber das ganze Jahr eingesteckt und zieht auch dann Strom, wenn der Roboter voll geladen ist und nichts tut. Laut Öko-Test liegen solche Stationen im Schnitt bei 3 bis 4 Watt Dauerleistung. Stationen, die zusätzlich den Staubbehälter absaugen oder Wischwasser nachfüllen, brauchen noch mehr.

Rechenbeispiel · Ladestation im Dauerbetrieb, Strompreis 32 Cent pro kWh

  • 3 W × 8.760 Stunden = 26,3 kWh im Jahr → 26,3 × 0,32 € = 8,41 €
  • 4 W × 8.760 Stunden = 35,0 kWh im Jahr → 35,0 × 0,32 € = 11,21 €
  • Zum Vergleich: tägliches Laden des Akkus = 13,5 kWh → 4,33 €

Die Station im Leerlauf kann zwei- bis dreimal so viel kosten wie das eigentliche Laden

Beim Mähroboter ist es ähnlich. Angenommen, der Akku hat 60 Wh und wird an 200 Tagen im Jahr einmal geladen: 200 × 72 Wh = 14,4 kWh, das sind 4,61 Euro. Zieht die Station mit Begrenzungsdraht oder Funkmodul dauerhaft 5 W, kommen 43,8 kWh oder 14,02 Euro im Jahr dazu. Das gilt auch im Winter, wenn gar nicht gemäht wird. Viele Hersteller geben diesen Wert nicht an. Miss ihn deshalb selbst mit einem Zwischenstecker-Messgerät, wie in Strommessgerät richtig nutzen beschrieben.

Netzteile und Ladegeräte in der Steckdose: Wann sie relevant werden

Für einfache externe Netzteile gibt es strenge EU-Vorgaben. Nach Anhang II der Verordnung (EU) 2019/1782 darf ein Netzteil mit Wechselstrom-Eingang und Gleichstrom-Ausgang bis 49 W Ausgangsleistung im Leerlauf höchstens 0,10 W aufnehmen. Bei größeren Netzteilen sind es höchstens 0,21 W. Ein Handyladegerät, das ohne Handy in der Steckdose steckt, kommt damit auf höchstens 0,1 W × 8.760 h = 0,88 kWh im Jahr. Das sind rund 28 Cent bei 32 Cent pro kWh.

Nach Artikel 1 der Verordnung gelten diese Grenzwerte aber nicht für Batterieladegeräte ohne Stromversorgungsfunktion und nicht für Dockingstationen für autonome Geräte. Darunter fallen viele E-Bike-Ladegeräte und Roboter-Docks. Ältere Netzteile, Ladeschalen mit Kontrollleuchte und Docks mit WLAN können deshalb deutlich mehr verbrauchen. Ein Gerät mit 0,5 W kostet im Jahr 1,40 Euro, eines mit 4 W schon 11,21 Euro.

  • Kaum relevant: einzelne moderne Handy- und Tablet-Netzteile im Leerlauf.
  • Spürbar in der Summe: mehrere Docks, Ladeschalen und Ladegeräte mit Display oder WLAN, die das ganze Jahr eingesteckt sind. Fünf Geräte mit je 3 W ergeben 131 kWh oder 42 Euro im Jahr.
  • Warnzeichen: Wird ein Ladegerät ohne angeschlossenen Akku deutlich warm, verbraucht es merklich Strom. Lass es nicht dauerhaft stecken.

Mehr dazu, welche Geräte im Schein-Aus Strom ziehen, findest du im Ratgeber zum Standby-Verbrauch.

Mit dem Stromzähler prüfen, ob das Laden die Ursache ist

Du kannst mit deinem eigenen Zähler herausfinden, ob Akkus und Docks bei dir eine Rolle spielen. Ein eigenes Messgerät brauchst du dafür nicht. Wie du die verschiedenen Zählertypen abliest, erklärt Stromzähler ablesen.

Grundlast über Nacht: mit und ohne Docks

  1. Lies am Abend den Zählerstand ab, wenn alle großen Verbraucher aus sind, und notier die Uhrzeit.
  2. Lies am nächsten Morgen wieder ab. Teil die Differenz in kWh durch die Stunden: Das ist deine Grundlast in kW.
  3. Zieh in der nächsten Nacht die Stecker aller Ladestationen, Docks und Ladegeräte und miss genauso.
  4. Der Unterschied zwischen beiden Nächten ist das, was diese Geräte zusammen dauerhaft ziehen. 10 W Unterschied entsprechen 87,6 kWh oder 28 Euro im Jahr.

Eine Ladung messen

Lies den Zähler direkt vor und nach einer vollen E-Bike-Ladung ab. Zieh von der Differenz die Grundlast für diese Stunden ab. Ein Beispiel: Die Differenz beträgt 1,2 kWh, die Ladung dauerte 4 Stunden und deine Grundlast liegt bei 0,15 kW. Dann entfallen 1,2 − 0,6 = 0,6 kWh auf die Ladung. Bei einem digitalen Zähler mit freigeschalteter PIN siehst du die aktuelle Leistung direkt in Watt, sobald du das Ladegerät einsteckst (siehe PIN freischalten).

Sicher und sparsam laden

  • Verwende nur das Original-Ladegerät oder ein vom Hersteller freigegebenes Gerät. Es ist auf Spannung und Ladeverfahren des Akkus abgestimmt.
  • Zieh das Ladegerät nach dem Laden aus der Steckdose. Das spart den Leerlaufverbrauch.
  • Rechne den Akkustrom realistisch ein: Auch ein häufig genutztes E-Bike erklärt im Jahr nur Mehrkosten im zweistelligen Euro-Bereich. Ist deine Rechnung um Hunderte Euro gestiegen, liegt die Ursache woanders. Fünf Schritte zur Suche zeigt Stromverbrauch plötzlich gestiegen.

Wenn du alle Akkugeräte und Docks mit ihrer Kapazität und Ladehäufigkeit in Stromfahnder einträgst, siehst du, wie viel deines gemessenen Verbrauchs sie erklären und wie viel noch offen ist. Die Nutzung ist kostenlos, ein Smart Meter brauchst du nicht. Hier kannst du direkt starten.

Häufige Fragen

Wie viel kostet eine E-Bike-Ladung?

Ein Akku mit 500 Wh braucht mit etwa 20 Prozent Ladeverlusten rund 0,6 kWh aus der Steckdose. Bei 32 Cent pro kWh kostet eine Vollladung etwa 19 Cent, bei 750 Wh etwa 29 Cent.

Wie berechne ich die Wattstunden, wenn nur Volt und Amperestunden auf dem Akku stehen?

Multiplizier beide Werte: Volt × Amperestunden = Wattstunden. Ein Akku mit 36 V und 10 Ah hat also 360 Wh.

Verbraucht die Ladestation vom Saugroboter Strom, wenn der Akku voll ist?

Ja. Öko-Test nennt im Schnitt 3 bis 4 Watt Dauerleistung. Das sind bei 32 Cent pro kWh etwa 8 bis 11 Euro im Jahr, also oft mehr als das eigentliche Laden des Akkus.

Soll ich Handy-Ladegeräte aus der Steckdose ziehen?

Bei modernen Netzteilen bringt das wenig. Nach EU-Recht dürfen sie im Leerlauf höchstens 0,1 W aufnehmen, das sind rund 28 Cent im Jahr. Bei alten Ladegeräten, Ladeschalen und Docks lohnt es sich eher, weil für sie diese Grenzwerte nicht gelten.

Kann ein E-Bike oder E-Scooter meine Stromrechnung stark erhöhen?

Nein. Selbst bei drei Vollladungen pro Woche liegt ein 500-Wh-Akku bei etwa 94 kWh oder rund 30 Euro im Jahr. Bei einem deutlich größeren Anstieg solltest du nach anderen Ursachen suchen.

Wie finde ich heraus, was meine Docks zusammen verbrauchen?

Miss zwei Nächte lang deine Grundlast am Stromzähler: einmal mit eingesteckten Docks und Ladegeräten, einmal ohne. Der Unterschied pro Stunde ist ihre Dauerleistung.

Quellen

Alle Kostenbeispiele mit einem Strompreis von 32 Cent pro kWh. Angaben ohne Gewähr; bei technischen Fragen hilft eine Elektrofachkraft.

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