Gaming-PC, Homeoffice und Monitor: So viel Strom verbraucht ein Computer wirklich
7 Min. Lesezeit · Stand: 7. Oktober 2026
Für eine spürbar höhere Stromrechnung ist meist ein Gaming-PC verantwortlich, nicht der Laptop im Homeoffice. Die Verbraucherzentrale beziffert den Verbrauch eines High-End-Gaming-Computers mit rund 300 Watt und mehr. Bei 3,5 Stunden Spielzeit am Tag sind das über 380 kWh im Jahr, also mit 32 Cent pro kWh gerechnet etwa 122 Euro. Ein Laptop braucht an einem achtstündigen Arbeitstag dagegen nur etwa 0,2 kWh. Hier findest du typische Werte und Jahreskosten, außerdem erfährst du, wie du am eigenen Stromzähler prüfst, ob der Computer bei dir die Ursache ist.
Realistische Verbrauchswerte: Laptop, Büro-PC, Gaming-PC
Wie viel ein Computer verbraucht, hängt vor allem von Grafikkarte und Prozessor ab und davon, wie stark sie ausgelastet sind. Beim Schreiben von Texten und im Leerlauf läuft die Hardware weit unter ihrer Höchstleistung, in einem aktuellen Spiel arbeitet die Grafikkarte dagegen oft am Limit. Deshalb verbraucht derselbe Rechner je nach Aufgabe ein Vielfaches.
| Gerät / Nutzung | Leistung bzw. Verbrauch | Herkunft |
|---|---|---|
| Laptop, Büroarbeit | ca. 0,2 kWh pro 8-Stunden-Tag (≈ 25 W im Schnitt) | Verbraucherzentrale Energieberatung |
| Laptop mit Multimedia-Ausstattung | ca. 30 W | co2online |
| Multimedia-Desktop-PC, Normalbetrieb | 75 W oder mehr | co2online |
| Desktop-PC gegenüber Laptop | etwa dreimal so viel | Verbraucherzentrale Energieberatung |
| High-End-Gaming-PC im Betrieb | rund 300 W und mehr | Verbraucherzentrale |
| PC mit Monitor im Energiesparmodus | nur noch ein paar Watt | Umweltbundesamt |
Grafikkarte, Netzteil und Monitor: Was du davon ablesen kannst
- Grafikkarte: Sie bestimmt beim Spielen am stärksten, wie viel der Rechner zieht. Im Datenblatt des Herstellers steht die maximale Leistungsaufnahme der Karte (oft als „Total Graphics Power“ oder „Board Power“). Diesen Wert erreicht sie unter Volllast, im Leerlauf liegt sie weit darunter.
- Netzteil: Die aufgedruckte Wattzahl, zum Beispiel 850 W, gibt nur die Höchstleistung an. Der Rechner zieht nicht dauerhaft so viel. Entscheidend für die Stromkosten ist der Wirkungsgrad, also wie viel Strom aus der Steckdose beim Umwandeln als Wärme verloren geht.
- Monitor: Laut Umweltbundesamt braucht der Monitor oft mehr Strom als der Computer selbst. Mit Größe und Helligkeit steigt der Verbrauch, und ein zweiter Bildschirm verbraucht ungefähr noch einmal so viel. Die Leistungsaufnahme im Betrieb steht auf dem EU-Energielabel des Monitors.
Jahreskosten für typische Nutzungsmuster
Alle Beispiele sind mit 32 Cent pro kWh gerechnet. Werte, die nicht aus den Quellen stammen, sind als Annahme gekennzeichnet. Ersetze sie am besten durch deine eigenen Messwerte. Wie du Watt in Euro umrechnest, erklärt der Ratgeber Stromkosten berechnen.
Rechenbeispiel · Homeoffice mit Laptop
- 0,2 kWh pro Arbeitstag × 220 Arbeitstage = 44 kWh
- 44 kWh × 0,32 €/kWh = 14,08 €
Ein Laptop im Homeoffice kostet rund 14 € im Jahr.
Rechenbeispiel · Homeoffice mit Desktop-PC und einem Monitor
- PC: 75 W × 8 h = 0,6 kWh pro Tag
- Monitor (Annahme 25 W): 25 W × 8 h = 0,2 kWh pro Tag
- 0,8 kWh × 220 Arbeitstage = 176 kWh
- 176 kWh × 0,32 €/kWh = 56,32 €
- Mit zweitem Monitor (+0,2 kWh/Tag): 220 kWh × 0,32 €/kWh = 70,40 €
Rund 56 € im Jahr, mit zwei Monitoren rund 70 €.
Rechenbeispiel · Gaming-PC, 3,5 Stunden täglich
- 300 W × 3,5 h = 1,05 kWh pro Tag
- 1,05 kWh × 365 Tage = 383,25 kWh
- 383,25 kWh × 0,32 €/kWh = 122,64 €
- Dazu Gaming-Monitor (Annahme 30 W): 30 W × 3,5 h × 365 = 38,3 kWh ≈ 12,26 €
Rund 135 € im Jahr für Rechner und Monitor.
Rechenbeispiel · Rechner bleibt nachts im Leerlauf an
- Annahme: 50 W Leerlauf, 16 Stunden täglich ungenutzt eingeschaltet
- 50 W × 16 h = 0,8 kWh pro Tag
- 0,8 kWh × 365 Tage = 292 kWh
- 292 kWh × 0,32 €/kWh = 93,44 €
Ein PC, der nur im Leerlauf läuft, kann fast so viel kosten wie das Spielen selbst.
Am Stromzähler prüfen, ob der Computer die Ursache ist
Ob dein Rechner den Mehrverbrauch verursacht, kannst du am eigenen Zähler prüfen, ein Messgerät brauchst du dafür nicht. Wie du deinen Zählertyp abliest, steht im Ratgeber Stromzähler ablesen.
Vorher/nachher bei einer Gaming-Session
- Schalte große Verbraucher wie Herd, Waschmaschine oder Trockner für die Dauer des Tests nicht ein.
- Lies den Zählerstand direkt vor dem Spielen ab und notiere die Uhrzeit.
- Spiele wie gewohnt, zum Beispiel zwei Stunden lang, und lies danach erneut ab.
- Teile die Differenz in kWh durch die Stunden. Das Ergebnis ist die Leistung in kW, die in dieser Zeit im ganzen Haushalt angefallen ist. Ziehst du deine übliche Grundlast ab, bleibt ungefähr der Anteil von PC und Monitor.
Grundlast über Nacht: Läuft der PC heimlich weiter?
Lies abends um 22 Uhr und morgens um 6 Uhr ab. Zuerst machst du das in einer Nacht mit komplett ausgeschaltetem PC (Steckerleiste aus), danach in einer Nacht, in der der Rechner wie gewohnt an bleibt, zum Beispiel für Downloads oder im Leerlauf. Ein Beispiel: 0,96 kWh in 8 Stunden ergeben 120 W Grundlast, 1,36 kWh in 8 Stunden ergeben 170 W. Die Differenz von 50 W geht dann auf das Konto des Rechners. Ausführlich erklärt das der Ratgeber Grundlast messen.
Spartipps: Energieoptionen, Bildwiederholrate, Netzteil
- Energieoptionen nutzen: Die Verbraucherzentrale rät, den Computer nach etwa 15 Minuten ohne Nutzung in den Energiesparmodus oder Ruhezustand zu schicken. In Windows findest du das unter Einstellungen → System → Netzbetrieb und Akku → Bildschirm und Energiesparmodus.
- Keinen Bildschirmschoner verwenden: Er spart keinen Strom. Bunte, bewegte Bilder lassen Monitor und Grafikkarte sogar mehr verbrauchen. Stell lieber ein, dass sich der Bildschirm abschaltet.
- Bildrate begrenzen: Liefert die Grafikkarte mehr Bilder pro Sekunde, als dein Monitor anzeigen kann, verbraucht sie Strom, ohne dass du davon etwas siehst. Eine Bildratenbegrenzung im Spiel oder im Grafiktreiber senkt die Last. Auch eine niedrigere Bildwiederholrate des Monitors für Büroarbeit kann den Verbrauch senken. Wie viel das bei dir bringt, zeigt erst eine Messung.
- Helligkeit senken: Ein Monitor, der auf volle Helligkeit eingestellt ist, braucht mehr Strom als nötig.
- Komplett ausschalten: Mit einer schaltbaren Steckerleiste trennst du PC, Monitore, Lautsprecher und Konsole nach der Nutzung gemeinsam vom Netz. Mehr dazu steht im Ratgeber Standby-Verbrauch.
Rechenbeispiel · Was ein effizienteres Netzteil bringt
- Annahme: Die Bauteile brauchen beim Spielen 250 W.
- Netzteil mit 85 % Wirkungsgrad: 250 W ÷ 0,85 = 294,1 W aus der Steckdose
- Netzteil mit 92 % Wirkungsgrad: 250 W ÷ 0,92 = 271,7 W aus der Steckdose
- Differenz 22,4 W × 3,5 h × 365 Tage = 28,6 kWh
- 28,6 kWh × 0,32 €/kWh = 9,15 €
Rund 9 € im Jahr. Ein neues Netzteil nur wegen des Wirkungsgrads lohnt sich deshalb selten. Wenn du ohnehin ein neues brauchst, achte aber auf eine hohe Effizienzstufe.
Rechenbeispiel · Bildrate begrenzt: Ersparnis hochrechnen
- Annahme: Deine Messung zeigt 70 W weniger, wenn du die Bildrate begrenzt.
- 70 W × 3,5 h × 365 Tage = 89,4 kWh
- 89,4 kWh × 0,32 €/kWh = 28,62 €
Bei 3,5 Stunden täglich sind das rund 29 € im Jahr.
Homeoffice-Stromkosten und die Steuer
Deine Stromkosten im Homeoffice kannst du über die Tagespauschale nach § 4 Absatz 5 Satz 1 Nummer 6c EStG steuerlich geltend machen. Für jeden Tag, an dem du überwiegend in der häuslichen Wohnung arbeitest, sind 6 Euro absetzbar, höchstens 1.260 Euro im Jahr. Weil es eine Pauschale ist, musst du deine tatsächlichen Stromkosten nicht nachweisen. Zum Vergleich: Der Desktop-Arbeitsplatz aus dem Beispiel oben kostet 0,8 kWh × 0,32 €/kWh = rund 0,26 € pro Tag.
Ist ein häusliches Arbeitszimmer der Mittelpunkt deiner gesamten beruflichen Tätigkeit, kommen nach Nummer 6b stattdessen die tatsächlichen Aufwendungen oder eine Jahrespauschale von 1.260 Euro infrage. Beide Pauschalen kannst du nicht gleichzeitig nutzen. Ob in deinem Fall die Tagespauschale oder Nummer 6b günstiger ist, klärst du am besten mit einer Steuerberatung oder einem Lohnsteuerhilfeverein.
So gehst du vor, wenn die Rechnung gestiegen ist
- Notiere seit wann du im Homeoffice arbeitest oder seit wann der neue PC läuft, und wie viele Stunden er täglich in Betrieb ist.
- Miss den Verbrauch am Zähler wie oben beschrieben, einmal beim Arbeiten oder Spielen und einmal in der Nacht.
- Rechne die gemessene Leistung mit deinen Nutzungsstunden auf das Jahr hoch.
- Vergleiche das Ergebnis mit dem Mehrverbrauch auf deiner Rechnung. Wenn die Differenz nicht zum Computer passt, such mit dem Ratgeber Stromverbrauch plötzlich gestiegen nach weiteren Ursachen.
In Stromfahnder trägst du PC und Monitore mit Typenschild-Foto oder typischen Werten ein und siehst, ob der gemessene Verbrauch zum erklärten passt. Die App ist kostenlos und funktioniert ohne Smart Meter. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.
Häufige Fragen
Wie viel Strom verbraucht ein Gaming-PC pro Stunde?
Ein High-End-Gaming-PC braucht laut Verbraucherzentrale im Betrieb rund 300 Watt und mehr, also etwa 0,3 kWh pro Stunde. Mit 32 Cent pro kWh gerechnet sind das rund 10 Cent pro Stunde, der Monitor kommt noch hinzu.
Verbraucht der Monitor mehr als der PC?
Bei Büroarbeit oft ja. Laut Umweltbundesamt braucht der Monitor häufig mehr Strom als der Computer selbst. Beim Spielen liegt dagegen meist die Grafikkarte vorne.
Bedeutet ein 850-Watt-Netzteil, dass der PC 850 Watt verbraucht?
Nein. Die Angabe nennt nur die maximale Leistung, die das Netzteil liefern kann. Was der Rechner wirklich zieht, hängt von der Auslastung ab und lässt sich nur messen.
Lohnt sich der Ruhezustand oder soll ich den PC ganz ausschalten?
Wenn du nur kurz weggehst, ist der Energiesparmodus sinnvoll. Die Verbraucherzentrale empfiehlt ihn nach etwa 15 Minuten ohne Nutzung. Über Nacht oder für längere Zeit schaltest du den PC besser ganz aus und trennst ihn mit einer schaltbaren Steckerleiste vom Netz.
Kann ich meine Homeoffice-Stromkosten von der Steuer absetzen?
Ja, über die Tagespauschale nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6c EStG. Sie beträgt 6 Euro pro Homeoffice-Tag und höchstens 1.260 Euro im Jahr. Deine tatsächlichen Stromkosten musst du dafür nicht einzeln nachweisen.
Wie finde ich heraus, ob mein PC nachts Strom zieht?
Lies den Zähler abends und morgens ab, einmal mit komplett ausgeschaltetem PC und einmal so, wie du ihn sonst laufen lässt. Teilst du die Differenz durch die Stunden, erhältst du den Mehrverbrauch des Rechners in Watt.
Quellen
- Verbraucherzentrale: Strom sparen im Haushalt – einfache Tipps
- Energieberatung der Verbraucherzentrale: Energiesparen im Homeoffice
- co2online: Strom sparen bei PC, Notebook und Tablet
- Umweltbundesamt: Computer, PC und Laptop
- Einkommensteuergesetz § 4 (gesetze-im-internet.de)
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