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Luftentfeuchter und Bautrockner: Was der Dauerbetrieb im Keller kostet – Kompressor, Adsorption und Bautrockner im Vergleich

7 Min. Lesezeit · Stand: 13. Oktober 2026

Ein Bautrockner mit 1,4 kW Leistungsaufnahme, der nach einem Wasserschaden rund um die Uhr läuft, verbraucht 33,6 kWh am Tag. Bei 32 Cent pro kWh sind das etwa 10,75 Euro am Tag und rund 323 Euro im Monat. Ein kleiner Kompressor-Entfeuchter mit Hygrostat kommt mit einem Bruchteil davon aus. Ein Adsorptionsgerät braucht dagegen pro Liter Wasser ein Vielfaches an Strom. Wie viel der Betrieb kostet, hängt vor allem von drei Dingen ab: dem Gerätetyp, der eingestellten Zielfeuchte und der Laufzeit. Den Strom aus einer Trocknung nach einem Wasserschaden musst du oft nicht selbst bezahlen. Dafür brauchst du aber saubere Belege.

Kompressor, Adsorption, Bautrockner: Wie die Geräte arbeiten

Kompressor-Entfeuchter (Kondenstrockner) arbeiten wie ein kleiner Kühlschrank. Die Luft streicht über eine kalte Fläche, die Feuchtigkeit kondensiert dort und läuft in den Tank oder in einen Schlauch. Bei warmer, feuchter Luft arbeitet diese Technik sehr effizient. In kalten Räumen lässt die Leistung deutlich nach. Laut Herstellerdatenblättern sind viele Geräte für 5 bis 32 °C ausgelegt.

Adsorptionstrockner binden die Feuchtigkeit an ein Trockenmittel. Das Trockenmittel wird anschließend elektrisch aufgeheizt und so wieder getrocknet. Deshalb funktionieren sie auch in kalten Räumen: Ein Herstellerdatenblatt nennt einen Einsatzbereich ab 1 °C. Die Heizung braucht allerdings viel Strom.

Bautrockner sind große, robuste Kompressorgeräte, die Firmen nach einem Wasserschaden oder im Neubau aufstellen. Sie haben oft 1 bis 2 kW Leistungsaufnahme und entziehen der Luft 50 bis 90 Liter am Tag (Herstellerangabe bei 30 °C und 80 % relativer Feuchte).

Verbrauch pro Liter bei 24 Stunden Volllast, gerechnet mit den Datenblattwerten unter Prüfbedingungen. In einem kühlen Keller entzieht ein Kompressorgerät der Luft deutlich weniger Wasser als angegeben.
Gerätetyp (Herstellerdatenblatt)LeistungEntfeuchtung pro 24 hStrom pro Liter
Kompressor, kompakt500 W28 l (30 °C/80 %)12 kWh ÷ 28 l ≈ 0,43 kWh
Adsorption, kompakt730 W8,5 l (30 °C/80 %), 7,5 l (8 °C/80 %)17,5 kWh ÷ 8,5 l ≈ 2,1 kWh
Bautrockner (Kompressor)1.400 W55 l (30 °C/80 %)33,6 kWh ÷ 55 l ≈ 0,61 kWh
Bautrockner, groß (Kompressor)1.900 W91 l (30 °C/80 %)45,6 kWh ÷ 91 l ≈ 0,50 kWh

Faustregel: Im Keller über etwa 15 °C ist ein Kompressorgerät meist die günstigere Wahl. Ein Adsorptionsgerät lohnt sich vor allem in unbeheizten, kalten Räumen, in denen ein Kompressorgerät kaum noch Wasser aus der Luft holt.

Kosten pro Tag und Monat

So rechnest du: Leistung in kW × Laufstunden = kWh. Die kWh multiplizierst du mit dem Arbeitspreis. Alle Beispiele hier sind mit 32 Cent pro kWh gerechnet. Wie du Watt in Euro umrechnest, zeigt dir der Ratgeber Stromkosten berechnen.

Rechenbeispiel · Drei Geräte im Dauerbetrieb, 32 Cent pro kWh

  • Kompressor 500 W: 0,5 kW × 24 h = 12 kWh/Tag × 0,32 € = 3,84 €/Tag; × 30 Tage = 115,20 €/Monat
  • Adsorption 730 W: 0,73 kW × 24 h = 17,52 kWh/Tag × 0,32 € ≈ 5,61 €/Tag; × 30 Tage ≈ 168,19 €/Monat
  • Bautrockner 1.400 W: 1,4 kW × 24 h = 33,6 kWh/Tag × 0,32 € ≈ 10,75 €/Tag; × 30 Tage ≈ 322,56 €/Monat
  • Zwei Bautrockner nach einem Wasserschaden: 2 × 322,56 € ≈ 645 € in vier Wochen

Ein Bautrockner im Dauerbetrieb kostet bei 32 Cent pro kWh etwa 320 Euro im Monat. Ein kleines Kompressorgerät mit Hygrostat liegt deutlich darunter.

Rechenbeispiel · Kompressor-Entfeuchter mit Hygrostat im feuchten Keller

  • Annahme: Das 500-W-Gerät läuft wegen des Hygrostats nur 10 von 24 Stunden
  • 0,5 kW × 10 h = 5 kWh/Tag × 0,32 € = 1,60 €/Tag
  • × 30 Tage = 150 kWh = 48 €/Monat

Mit Hygrostat sinkt der Verbrauch um mehr als die Hälfte. Wie lange das Gerät wirklich läuft, hängt von Keller und Wetter ab, deshalb solltest du selbst messen.

Hygrostat richtig einstellen: 60 Prozent statt „so trocken wie möglich“

Der größte Kostenhebel ist die Zielfeuchte. Eine Untersuchung der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) im Auftrag des Schweizer Bundesamts für Energie kommt zu diesem Ergebnis: Unter 60 % relativer Feuchte steigt der Energiebedarf stark an. Wer statt 65 % auf 35 % entfeuchtet, verbraucht im Jahr etwa 30-mal so viel Energie. Die meisten Keller müssen laut der Studie nicht unter 60 % getrocknet werden. Schon eine Abweichung des Hygrostats von 2 Prozentpunkten kann den Verbrauch im Extremfall um bis zu 40 % erhöhen.

  1. Stell den Hygrostat im Lagerkeller auf etwa 60 %. Die Einstellung „Dauerbetrieb“ oder „Continuous“ sollte nur nach einem Wasserschaden laufen.
  2. Kontrolliere die Anzeige des Geräts mit einem separaten Hygrometer. Die eingebauten Sensoren weichen oft ab.
  3. Halte Türen und Fenster geschlossen, während das Gerät läuft. Sonst entfeuchtest du die Außenluft mit.
  4. Lüfte bei Schwüle nicht in den kühlen Keller. Die warme Luft kühlt an den Wänden ab, die relative Feuchte steigt, und es kann sich Schimmel bilden. Lüften hilft nur, wenn draußen die absolute Feuchte niedriger ist als im Keller.
  5. Bei einer Neubau- oder Wasserschadentrocknung legt die Fachfirma die Zielwerte fest. Ändere dort nichts an den Einstellungen.

Mit dem Stromzähler prüfen, ob der Entfeuchter die Ursache ist

Ist deine Rechnung gestiegen und du vermutest den Entfeuchter, kannst du das ohne Messgerät klären. Ein 500-W-Gerät erhöht deinen Verbrauch pro Laufstunde um 0,5 kWh, ein Bautrockner mit 1,4 kW um 1,4 kWh. Das siehst du deutlich auf dem Zähler. Wie du die Anzeige richtig liest, erklärt der Ratgeber Stromzähler ablesen.

  1. Vorher/nachher: Lies den Zähler zur selben Uhrzeit an zwei Tagen ab, einmal mit laufendem Entfeuchter und einmal ohne. Die Differenz der beiden Tagesverbräuche ist der Anteil des Geräts.
  2. Grundlast über Nacht: Lies den Zähler abends ab, wenn alle anderen Geräte aus sind, und morgens noch einmal. Teile den Verbrauch durch die Stunden. Ein laufender Entfeuchter hebt diesen Nachtwert deutlich an. Mehr dazu findest du unter Grundlast messen.
  3. Gegenprobe: Zieh den Entfeuchter für eine Nacht aus der Steckdose und wiederhole die Messung.
  4. Rechne die Differenz hoch: kWh pro Tag × 30 × 0,32 € ergibt die Monatskosten bei 32 Cent pro kWh.

Bautrocknerstrom belegen und gegenüber Versicherung oder Vermieter abrechnen

Nach einem versicherten Wasserschaden übernimmt oft die Versicherung die Stromkosten der Trocknung, in Mietwohnungen häufig der Vermieter oder die Hausverwaltung. Ob und in welcher Höhe gezahlt wird, hängt von deinem Vertrag und vom Einzelfall ab. Der Mehrverbrauch läuft zunächst über deinen Zähler und erscheint erst in der nächsten Jahresabrechnung. Deshalb solltest du die Belege von Anfang an sammeln.

  1. Zählerstand bei Aufstellung: Fotografiere den Zähler mit Datum und Uhrzeit, wenn die Geräte angeschlossen werden.
  2. Trocknungsprotokoll: Die Fachfirma misst den Verbrauch meist mit einem eigenen Zwischenzähler und gibt den Zeitraum und die verbrauchten kWh an. Verlange eine Kopie davon.
  3. Zählerstand beim Abbau: Fotografiere den Zähler erneut. Ziehe davon deinen üblichen Verbrauch für diesen Zeitraum ab, etwa aus dem Vorjahr. So kannst du den kWh-Wert des Protokolls gegenprüfen.
  4. Arbeitspreis belegen: Leg eine Kopie der letzten Stromrechnung oder der Preisbestätigung bei, aus der der Arbeitspreis pro kWh hervorgeht.
  5. Einreichen: Schick alles zusammen an die Versicherung oder die Hausverwaltung und bitte um Erstattung von kWh × Arbeitspreis.

Rechenbeispiel · Erstattungsbetrag aus dem Trocknungsprotokoll

  • Protokoll: 3 Wochen Trocknung, Zwischenzähler zeigt 500 kWh
  • Arbeitspreis laut Stromrechnung: 32 Cent pro kWh
  • 500 kWh × 0,32 € = 160 €

Diese 160 Euro forderst du ein. Hast du mehr als 160 Euro erstattet bekommen, kannst du deinen Abschlag entsprechend anpassen. So fällt die Nachzahlung am Jahresende nicht unerwartet hoch aus.

Häufige Fragen

Wie viel Strom verbraucht ein Bautrockner am Tag?

Ein Bautrockner mit 1,4 kW Leistungsaufnahme verbraucht im Dauerbetrieb 1,4 kW × 24 h = 33,6 kWh am Tag. Bei 32 Cent pro kWh sind das etwa 10,75 Euro am Tag und rund 323 Euro im Monat.

Was ist sparsamer, Kompressor- oder Adsorptionstrockner?

In Räumen über etwa 15 °C ist das Kompressorgerät deutlich sparsamer. Nach Datenblattwerten braucht es rund 0,4 bis 0,6 kWh pro Liter, ein Adsorptionsgerät dagegen rund 2 kWh pro Liter. Das Adsorptionsgerät lohnt sich nur in sehr kalten Räumen.

Auf welchen Wert stelle ich den Hygrostat im Keller?

Für einen Lagerkeller reichen meist etwa 60 % relative Feuchte. Laut einer ZHAW-Studie steigt der Energiebedarf unterhalb von 60 % stark an. Wer statt 65 % auf 35 % entfeuchtet, verbraucht im Jahr etwa 30-mal so viel Energie.

Wer zahlt den Strom für die Trocknung nach einem Wasserschaden?

Oft übernimmt die Versicherung die Kosten, in Mietwohnungen häufig der Vermieter oder die Hausverwaltung. Ob und wie viel gezahlt wird, hängt vom Vertrag ab. Reiche das Trocknungsprotokoll mit den verbrauchten kWh, Fotos des Zählers vorher und nachher und deinen Arbeitspreis aus der Stromrechnung ein.

Muss ich meinem Stromanbieter die Trocknung melden?

In der Regel nicht. Der Mehrverbrauch wird mit der nächsten Jahresabrechnung abgerechnet. Damit die Nachzahlung nicht zu hoch ausfällt, lohnt es sich, den Abschlag vorübergehend anzupassen.

Wie erkenne ich am Zähler, ob mein Entfeuchter die Rechnung treibt?

Lies den Zähler an einem Tag mit und an einem Tag ohne laufenden Entfeuchter ab, jeweils zur gleichen Uhrzeit, und vergleiche die Verbräuche. Zusätzlich kannst du die Grundlast über Nacht messen. Ein 500-W-Gerät erhöht den Verbrauch um 0,5 kWh pro Laufstunde.

Quellen

Alle Kostenbeispiele mit einem Strompreis von 32 Cent pro kWh. Angaben ohne Gewähr; bei technischen Fragen hilft eine Elektrofachkraft.

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