Router, NAS und Smart Home: Wie viel Strom die Dauerläufer im Netzwerk verbrauchen – und was du nachts abschalten kannst
6 Min. Lesezeit · Stand: 12. Oktober 2026
Ein Router braucht meist 10 bis 20 Watt. Laut Verbraucherzentrale sind das etwa 90 bis 180 kWh im Jahr. Dazu kommen Repeater, NAS, Smart-Home-Zentrale und Kameras. Ein durchschnittliches Heimnetz mit zusammen 50 Watt Dauerleistung verbraucht rund 438 kWh im Jahr. Bei 32 Cent pro kWh kostet das etwa 140 Euro. Jedes Watt, das rund um die Uhr läuft, kostet dich bei 32 Cent pro kWh rund 2,80 Euro im Jahr. Am meisten sparst du bei alten Mini-Servern, bei NAS-Festplatten ohne Ruhezustand und mit einer Nachtabschaltung dort, wo du sie gefahrlos nutzen kannst.
Typische Wattwerte: Was Router, NAS und Co. rund um die Uhr ziehen
Netzwerkgeräte brauchen einzeln wenig Strom, laufen aber jede der 8.760 Stunden im Jahr. Deshalb zählen sie zur Grundlast, also zu dem Verbrauch, der auch nachts und bei Abwesenheit anfällt. Wie sich Watt in Euro umrechnen, erklärt der Ratgeber Stromkosten berechnen. Kurz gesagt: Watt × 8.760 Stunden ÷ 1.000 ergibt die kWh pro Jahr.
| Gerät | Typische Leistung | kWh pro Jahr (Dauerbetrieb) | Kosten pro Jahr bei 32 ct/kWh |
|---|---|---|---|
| Router (Verbraucherzentrale) | 10–20 W | 88–175 kWh | 28–56 € |
| Repeater (Annahme, Typenschild prüfen) | 5 W | 44 kWh | 14 € |
| Kleines 2-Bay-NAS, Festplatten aktiv (Herstellerangabe) | ca. 15 W | 131 kWh | 42 € |
| Dasselbe NAS, Festplatten im Ruhezustand | ca. 4,4 W | 39 kWh | 12 € |
| Smart-Home-Zentrale (Öko-Institut, Gerät eingeschaltet) | 2–10 W | 18–88 kWh | 6–28 € |
| Innenkamera (Öko-Institut, Gerät eingeschaltet) | 6 W | 53 kWh | 17 € |
| Außenkamera (Öko-Institut, Gerät eingeschaltet) | 15 W | 131 kWh | 42 € |
| Alter PC als Server (Annahme) | 40 W | 350 kWh | 112 € |
Die Werte der Smart-Home-Zentralen und Kameras stammen aus einer Studie des Öko-Instituts für die Verbraucherzentrale NRW. Zentralen brauchen dort im Betrieb 2 bis 10 Watt und im Bereitschaftsbetrieb bis 3,6 Watt. Kameras liegen im Bereitschaftsbetrieb bei etwa 2 Watt. Den größten Posten im Netzwerk bildet oft ein ausgedienter PC, der als Server weiterläuft. Mehr dazu steht im Artikel über PC und Homeoffice.
Rechenbeispiel: So viel kostet ein typisches Heimnetz
Rechenbeispiel · Heimnetz mit Router, Repeater, NAS, Zentrale und zwei Kameras
- Router 15 W + Repeater 5 W + NAS 15 W + Smart-Home-Zentrale 3 W + 2 Innenkameras × 6 W = 50 W
- 50 W × 8.760 h = 438.000 Wh = 438 kWh pro Jahr
- 438 kWh × 0,32 € pro kWh = 140,16 €
- Pro Nacht (8 Stunden): 50 W × 8 h = 0,4 kWh
Rund 140 Euro im Jahr bei 32 Cent pro kWh. Das sind etwa 1,2 kWh am Tag, die immer anfallen.
Wenn deine Rechnung plötzlich gestiegen ist, achte vor allem auf neue Dauerläufer: ein zweites NAS, eine zusätzliche Kamera mit Infrarotlicht oder ein Server, der nach einem Umbau weiterläuft. Diese Geräte fallen kaum auf, weil sie leise und klein sind. Weitere typische Ursachen findest du unter Stromverbrauch plötzlich gestiegen.
Mit dem Stromzähler prüfen, ob das Netzwerk die Ursache ist
Ob deine Netzwerkgeräte wirklich ins Gewicht fallen, findest du ohne Messgerät heraus. Du brauchst nur deinen Stromzähler. Hilfe beim Ablesen gibt der Ratgeber Stromzähler ablesen.
- Grundlast über Nacht messen: Lies den Zählerstand abends um 22 Uhr ab und morgens um 6 Uhr noch einmal. Teile die Differenz in kWh durch 8 Stunden und multipliziere mit 1.000. Das Ergebnis ist deine Grundlast in Watt. Beispiel: 0,8 kWh ÷ 8 h × 1.000 = 100 W.
- Vorher/nachher vergleichen: Fahre in einer zweiten Nacht NAS und Mini-Server ordnungsgemäß herunter und schalte Repeater sowie Kameras per Steckerleiste ab. Wenn es gefahrlos möglich ist, nimm auch den Router vom Netz. Lies den Zähler wieder um 22 und um 6 Uhr ab. Der Unterschied zwischen beiden Nächten ist der Anteil deines Netzwerks.
- Schneller mit digitalem Zähler: Viele digitale Zähler zeigen nach Eingabe der PIN die aktuelle Leistung in Watt an. Lies den Wert ab, ziehe ein Gerät vom Strom und lies erneut ab. Die Differenz ist dessen Leistung.
- Ergebnis einordnen: Wenn die Grundlast um 50 Watt sinkt, sind das 438 kWh oder etwa 140 Euro im Jahr bei 32 Cent pro kWh.
Ausführlicher beschreibt das der Artikel Grundlast messen. Wenn du einzelne Geräte dauerhaft beobachten willst, helfen smarte Steckdosen oder ein Lesekopf. Die Möglichkeiten vergleicht der Ratgeber Stromverbrauch dauerhaft überwachen.
Was du nachts oder per Zeitplan abschalten kannst
Nach der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz sparst du ein Drittel des Router-Verbrauchs, wenn du ihn täglich 8 Stunden ausschaltest, etwa per Zeitschaltuhr. Bei 15 Watt sind das 43,8 kWh im Jahr. Bei 32 Cent pro kWh entspricht das rund 14 Euro. Bist du tagsüber regelmäßig länger weg, sparst du entsprechend mehr.
- Router: Eine komplette Abschaltung lohnt sich nur, wenn du nachts weder Festnetz noch Internet brauchst. Wenn du nur das WLAN per Zeitplan in der Benutzeroberfläche abschaltest, bleibt das Telefon erreichbar. Die Verbraucherzentrale weist aber darauf hin, dass die Ersparnis dabei deutlich kleiner ausfällt.
- Repeater und Mesh-Zusatzgeräte: Sie lassen sich per Zeitschaltuhr gut abschalten, wenn nachts niemand das WLAN in diesem Bereich nutzt.
- NAS: Stelle den Festplatten-Ruhezustand ein und plane Zeiten, in denen das Gerät automatisch herunterfährt und wieder startet. Viele NAS bieten das im Menü an. Ein bloßer Stecker-Zieh-Zeitplan ist dafür nicht geeignet.
- Kameras: Innenkameras kannst du ausschalten, solange du zu Hause bist. Bei Außenkameras entscheidest du selbst, ob die Überwachung wichtiger ist als die Ersparnis.
- Smart-Home-Zentrale: Lass sie laufen. Ohne sie funktionieren Heizungsregelung, Rollläden oder Sensoren nicht mehr.
Rechenbeispiel · NAS mit Festplatten-Ruhezustand
- Ohne Ruhezustand: 15 W × 24 h × 365 = 131,4 kWh pro Jahr
- Mit Ruhezustand: 4 h aktiv × 15 W + 20 h × 4,41 W = 148,2 Wh pro Tag
- 148,2 Wh × 365 = 54,1 kWh pro Jahr
- Ersparnis: 77,3 kWh × 0,32 € pro kWh
Rund 25 Euro weniger im Jahr bei 32 Cent pro kWh, ohne dass das NAS ausfällt.
Wo sich sparsamere Geräte lohnen
Ein neues Gerät lohnt sich vor allem dort, wo eine hohe Leistung rund um die Uhr anfällt. Ein Router mit 15 statt 20 Watt spart nur 5 Watt, also rund 14 Euro im Jahr. Beim Server ist der Unterschied viel größer.
Rechenbeispiel · Alter PC als Server gegen sparsamen Mini-Rechner
- Alter PC (Annahme): 40 W, Mini-Rechner (Annahme): 10 W
- Unterschied: 30 W × 8.760 h = 262,8 kWh pro Jahr
- 262,8 kWh × 0,32 € pro kWh = 84,10 €
Rund 84 Euro weniger im Jahr bei 32 Cent pro kWh. Miss deine eigenen Geräte vor dem Kauf, denn die tatsächlichen Werte schwanken stark.
- Funktionen zusammenlegen: Wenn dein Router bereits eine Smart-Home-Basis oder eine Speicherfunktion für Dateien bietet, kann ein eigenes Gerät dafür entfallen.
- Doppelte Geräte abbauen: Ein zweites NAS für Backups muss nicht dauerhaft laufen. Schalte es nur zur Sicherung ein.
- Repeater prüfen: Ein falsch platzierter Repeater ersetzt manchmal nur einen besseren Standort für den Router.
- Typenschild lesen: Die Leistung des Netzteils steht dort meist als Höchstwert. Was das Gerät tatsächlich verbraucht, zeigt dir eine Messung.
Auch andere Geräte im Bereitschaftsbetrieb ziehen ständig Strom. Dazu passt der Ratgeber Standby-Verbrauch. Wie du mit einem Messgerät verlässliche Werte bekommst, erklärt Strommessgerät richtig nutzen. Mit Stromfahnder kannst du alle diese Geräte kostenlos erfassen und deinen gemessenen Verbrauch mit dem erklärten vergleichen. Die Übersicht findest du unter Funktionen, anmelden kannst du dich hier.
Häufige Fragen
Wie viel Strom verbraucht ein Router im Jahr?
Laut Verbraucherzentrale braucht ein Router meist 10 bis 20 Watt. Das ergibt etwa 90 bis 180 kWh im Jahr. Bei 32 Cent pro kWh kostet das rund 28 bis 56 Euro.
Lohnt es sich, den Router nachts auszuschalten?
Wenn du ihn 8 Stunden am Tag ausschaltest, sparst du ein Drittel des Verbrauchs. Bei 15 Watt sind das rund 14 Euro im Jahr, gerechnet mit 32 Cent pro kWh. Telefon und Internet sind dann aber nicht erreichbar. Bei Hausnotruf oder Alarmanlage schaltest du den Router nie ab.
Bringt es etwas, nur das WLAN abzuschalten?
Ja, aber deutlich weniger als die komplette Abschaltung des Routers. Dafür bleiben Festnetztelefon und Netzwerkkabel-Verbindungen in Betrieb.
Wie viel Strom braucht ein NAS?
Ein kleines NAS mit zwei Festplatten braucht laut Herstellerangabe etwa 15 Watt bei Zugriff und rund 4,4 Watt, wenn die Festplatten ruhen. Im Dauerbetrieb ohne Ruhezustand sind das etwa 131 kWh oder 42 Euro im Jahr bei 32 Cent pro kWh.
Verbrauchen Smart-Home-Geräte viel Strom?
Einzeln wenig. Nach Zahlen des Öko-Instituts brauchen Zentralen 2 bis 10 Watt und Kameras im Bereitschaftsbetrieb etwa 2 Watt. Mit vielen Geräten summiert sich das. Deshalb lohnt ein Blick auf die Grundlast.
Wie erkenne ich, ob mein Netzwerk die hohe Rechnung verursacht?
Lies den Zähler abends und morgens ab und rechne die Grundlast in Watt aus. Wiederhole das in einer Nacht, in der NAS, Server, Repeater und Kameras aus sind. Der Unterschied zeigt den Anteil deines Netzwerks.
Quellen
- Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Energietipp „Internet rund um die Uhr?“ (veröffentlicht im Wochenblatt-Reporter)
- Öko-Institut im Auftrag der Verbraucherzentrale NRW: Smart Home – Energieverbrauch und Einsparpotenzial der intelligenten Geräte
- NASCompares: Synology DS224+ – Spezifikationen inkl. Leistungsaufnahme
Alle Kostenbeispiele mit einem Strompreis von 32 Cent pro kWh. Angaben ohne Gewähr; bei technischen Fragen hilft eine Elektrofachkraft.
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