Stromfahnder

Fernseher, Soundbar und Spielkonsole: So viel Strom verbraucht das Wohnzimmer wirklich

7 Min. Lesezeit · Stand: 16. Oktober 2026

Die Kernaussage zuerst: Teuer wird es im Wohnzimmer, wenn große Bildschirme lange laufen, HDR-Inhalte gezeigt werden oder eine Konsole stundenlang im Menü steht. Der Standby moderner Geräte kostet dagegen meist nur Cent. Eine PS5 zieht laut Herstellerangaben beim Spielen gut 200 Watt. Wenn du täglich zwei Stunden spielst, sind das bei 32 Cent pro kWh rund 50 Euro im Jahr. Läuft die Konsole Tag und Nacht im Menü, weil die automatische Abschaltung deaktiviert ist, kommen leicht über 120 Euro im Jahr dazu. Ein Fernseher, dessen Energielabel 200 kWh pro 1.000 Stunden im HDR-Betrieb ausweist, kostet bei vier Stunden am Tag rund 93 Euro im Jahr. Hier erfährst du, wie du das für deine Geräte nachrechnest und am Stromzähler überprüfst.

Fernseher: Bildgröße, HDR und Helligkeit bestimmen den Verbrauch

Den wichtigsten Wert findest du auf dem EU-Energielabel. Es nennt den Stromverbrauch in kWh pro 1.000 Betriebsstunden, einmal für normales Bild (SDR) und einmal für HDR-Inhalte. Laut Verbraucherzentrale entsprechen 1.000 Stunden etwa 2¾ Stunden Fernsehen am Tag. Praktisch ist eine einfache Faustregel: Die Zahl in kWh pro 1.000 Stunden entspricht der durchschnittlichen Leistung in Watt. Steht auf dem Label also 100 kWh, zieht der Fernseher im Schnitt etwa 100 Watt.

  • Bildgröße: Je größer der Bildschirm, desto höher der Verbrauch. Laut Umweltbundesamt können Geräte mit mehr als einem Meter Bilddiagonale bei durchschnittlicher Nutzung über 200 kWh im Jahr verbrauchen.
  • HDR: Im HDR-Betrieb kann der Verbrauch laut Umweltbundesamt bis zu doppelt so hoch sein wie bei normalem Bild.
  • Effizienzklasse: Große Geräte bekommen wegen ihrer Bilddiagonale manchmal eine gute Klasse, obwohl sie absolut mehr Strom brauchen. Entscheidend ist daher der kWh-Wert, nicht der Buchstabe.
  • Technik: Nach Einschätzung des Umweltbundesamts brauchen LCD-Geräte mit LED-Hintergrundbeleuchtung technisch bedingt weniger Strom als OLED-, 8K- oder MicroLED-Geräte. Bei OLED hängt der Verbrauch stark vom Bildinhalt ab: Helle Bilder kosten mehr Strom als dunkle.
Rechnung: Labelwert × 1.460 Stunden (4 h × 365 Tage) ÷ 1.000 × 0,32 €. Lies den SDR- oder HDR-Wert deines Geräts ab und such dir die passende Zeile.
Labelwert (kWh/1.000 h)Ø LeistungkWh pro Jahr bei 4 h/TagKosten pro Jahr (32 ct/kWh)
50ca. 50 W73 kWh23,36 €
80ca. 80 W117 kWh37,38 €
120ca. 120 W175 kWh56,06 €
200ca. 200 W292 kWh93,44 €

Wie du Watt allgemein in Euro umrechnest, erklären wir in Stromkosten berechnen. Was die Zahlen auf dem Etikett bedeuten, steht in Energielabel verstehen.

PS5 und Xbox: Spielen, Menü, Ruhemodus und Energiesparmodus

Sony veröffentlicht Messwerte für die einzelnen PS5-Modelle. Beim Spielen liegen sie je nach Modell bei rund 200 bis 220 Watt, im Menü bei etwa 43 bis 47 Watt und bei der Wiedergabe von Streaming-Inhalten bei rund 55 Watt. Wenn du über die Konsole Filme schaust, ist der Fernseher also nicht der einzige Verbraucher.

Rechnung für 4,7 W: 4,7 W × 22 h × 365 Tage = 37,7 kWh × 0,32 € = 12,08 €. Für 47 W: 377,4 kWh × 0,32 € = 120,77 €.
PS5-Zustand (Herstellerangabe)LeistungKosten pro Jahr bei 22 h/Tag (32 ct/kWh)
Ruhemodus, alle Zusatzfunktionen ausca. 0,3 W0,77 €
Ruhemodus, mit Internetverbindungca. 0,8–1,3 Wbis ca. 3,34 €
Ruhemodus, mit USB-Strom und Internetca. 3,2–4,7 Wbis ca. 12,08 €
Eingeschaltet im Menüca. 43–47 Wbis ca. 120,77 €

Der Ruhemodus der PS5 ist also sparsam, solange du die Zusatzfunktionen auf das Nötige beschränkst. Jede aktivierte Funktion erhöht laut Sony den Verbrauch, zum Beispiel das Laden von Controllern über USB oder Downloads im Ruhemodus. Ab Werk wechselt die PS5 nach 20 Minuten ohne Eingabe in den Ruhemodus, bei Medienwiedergabe nach 240 Minuten. Das Problem entsteht erst, wenn du „Nicht in Ruhemodus versetzen“ einstellst. Dann bleibt die Konsole im Menü und zieht dauerhaft über 40 Watt.

Bei der Xbox gibt es zwei Optionen. Im Ruhezustand startet die Konsole schnell und ist aus der Ferne erreichbar. Mit „Herunterfahren (Energiesparen)“ verbraucht sie laut Microsoft bis zu 20-mal weniger Strom und bekommt trotzdem Updates. Du findest die Einstellung unter Einstellungen > Allgemein > Energieoptionen.

Rechenbeispiel · Konsole läuft unbemerkt durch

  • Die automatische Abschaltung ist deaktiviert, die PS5 bleibt nach dem Spielen im Menü: ca. 45 W.
  • 45 W × 24 h = 1,08 kWh pro Tag
  • 1,08 kWh × 30 Tage = 32,4 kWh pro Monat × 0,32 € = 10,37 €
  • Aufs Jahr: 1,08 kWh × 365 = 394,2 kWh × 0,32 € = 126,14 €
  • Zum Vergleich: 2 Stunden spielen pro Tag mit 215 W = 0,43 kWh × 365 = 157 kWh × 0,32 € = 50,22 €

Eine vergessene Konsole im Menü kann mehr als doppelt so viel kosten wie das eigentliche Spielen – gerechnet mit 32 Cent pro kWh.

Soundbar, Streaming-Stick und Receiver: meist kleine Posten

Für Soundbars und Streaming-Sticks gibt es kein einheitliches Energielabel wie für Fernseher. Auf dem Typenschild oder Netzteil steht die maximale Leistung. Im Alltag liegt der Verbrauch meist deutlich darunter. Diese Angabe reicht trotzdem, um eine Obergrenze abzuschätzen.

Rechenbeispiel · Obergrenze für Streaming-Stick und Soundbar

  • Streaming-Stick, Netzteil mit 5 V und 1 A: höchstens 5 W
  • Selbst im Dauerbetrieb: 5 W × 8.760 h = 43,8 kWh × 0,32 € = 14,02 € pro Jahr (Obergrenze)
  • Soundbar, angenommen 20 W im Schnitt bei 4 h am Tag: 20 W × 1.460 h = 29,2 kWh × 0,32 € = 9,34 € pro Jahr

Ein Streaming-Stick erhöht die Rechnung kaum spürbar. Mehr fällt ins Gewicht, wenn Soundbar, Subwoofer und Receiver dauerhaft eingeschaltet bleiben.

Laut Umweltbundesamt ist der Standby-Verbrauch einzelner Geräte gering, er summiert sich aber über das Jahr. Schnellstartfunktionen und eingeschaltetes WLAN im Standby erhöhen ihn. Mehr dazu findest du unter Standby-Verbrauch. Wenn dein Gaming-PC am selben Fernseher hängt, lies zusätzlich Gaming-PC und Homeoffice.

Diese Einstellungen senken den Verbrauch

  1. Bildmodus: Grelle Modi wie „Lebhaft“ oder „Dynamisch“ treiben die Helligkeit hoch. Ein Standard- oder Eco-Modus braucht weniger Strom. Stell die Helligkeit passend zum Raum ein, nicht passend zur Ladenbeleuchtung im Geschäft.
  2. Automatische Helligkeitsregelung: Wenn du sie einschaltest, dunkelt der Fernseher das Bild in dunkler Umgebung ab. Diese Einstellung empfiehlt auch das Umweltbundesamt.
  3. HDR nur bei passenden Inhalten: HDR kann bis zu doppelt so viel Strom brauchen. Bei Nachrichten oder Hintergrundprogramm bringt es dir nichts.
  4. Auto-Abschaltung: Lass die Ausschaltautomatik am Fernseher aktiviert. Bei der PS5 sollte die Zeit bis zum Ruhemodus nie auf „Nicht in Ruhemodus versetzen“ stehen. Bei der Xbox wählst du „Herunterfahren (Energiesparen)“.
  5. HDMI-CEC: Mit dieser Funktion schaltet die Fernbedienung des Fernsehers die angeschlossenen Geräte mit aus, also Soundbar, Receiver und teilweise auch die Konsole. Je nach Hersteller heißt sie zum Beispiel Anynet+, Simplink oder Bravia Sync.
  6. Schnellstart und Netzwerk-Standby: Schalte Funktionen wie Schnellstart oder „Einschalten per WLAN“ ab, wenn du sie nicht brauchst.
  7. Ruhemodus-Funktionen der PS5: Unter Einstellungen > System > Energie sparen kannst du USB-Strom und Internet im Ruhemodus nur dann aktivieren, wenn du sie wirklich nutzt.

Am eigenen Zähler prüfen, ob das Wohnzimmer die Ursache ist

Rechnungen auf dem Papier zeigen nur, was theoretisch möglich ist. Ob dein Wohnzimmer wirklich hinter einem gestiegenen Verbrauch steckt, siehst du am Stromzähler. Wie du ihn abliest, steht in Stromzähler ablesen.

  1. Grundlast über Nacht: Notiere abends vor dem Schlafengehen den Zählerstand und die Uhrzeit, morgens noch einmal. Teile die Differenz durch die Stunden: So erhältst du deine Grundlast in kW. Wiederhole den Test eine Nacht später, diesmal mit Konsole im Energiesparmodus und abgeschalteter Leiste für das Zubehör. Ist der Wert deutlich niedriger, hast du einen Dauerverbraucher gefunden. Kühlschrank und Router laufen dabei normal weiter.
  2. Vorher/nachher beim Spielen oder Fernsehen: Lies den Zählerstand vor einem Fernsehabend oder einer Spielsession ab und danach noch einmal. Zwei Stunden mit Fernseher und Konsole bei zusammen etwa 300 W ergeben rund 0,6 kWh, das zeigt auch ein Zähler mit einer Nachkommastelle sicher an.
  3. Leistung direkt ablesen: Digitale Zähler zeigen nach PIN-Eingabe die aktuelle Leistung in Watt an. Schalte die Konsole ein und wieder aus und beobachte, wie sich der Wert ändert. Mehr dazu in PIN für den digitalen Stromzähler.

Weitere Methoden ohne Messgerät findest du unter Stromfresser finden ohne Messgerät und unter Grundlast messen.

In Stromfahnder kannst du Fernseher, Konsole und Soundbar per Foto vom Typenschild oder mit typischen Werten erfassen. Die App vergleicht den erklärten Verbrauch mit dem, was dein Zähler tatsächlich misst. Wenn du ein Gerät testweise ausschaltest, siehst du, wie viel es wirklich ausmacht. Du kannst dich kostenlos registrieren, ein Smart Meter brauchst du dafür nicht. Einen Überblick gibt es unter Funktionen.

Häufige Fragen

Wie viel Strom verbraucht ein Fernseher pro Stunde?

Das zeigt dir das Energielabel: Der Wert in kWh pro 1.000 Stunden entspricht ungefähr der durchschnittlichen Leistung in Watt. Bei 100 kWh pro 1.000 Stunden sind das etwa 0,1 kWh pro Stunde, bei 32 Cent pro kWh also 3,2 Cent. Im HDR-Betrieb gilt der separate HDR-Wert, der bis zu doppelt so hoch sein kann.

Verbraucht die PS5 im Ruhemodus viel Strom?

Nein, wenn die Zusatzfunktionen aus sind. Sony gibt dann etwa 0,3 Watt an. Mit USB-Ladefunktion und Internetverbindung im Ruhemodus sind es je nach Modell rund 3 bis 5 Watt, also bis etwa 12 Euro im Jahr bei 32 Cent pro kWh. Teuer wird es erst, wenn die Konsole eingeschaltet im Menü bleibt (rund 45 Watt).

Was ist bei der Xbox sparsamer: Ruhezustand oder Energiesparmodus?

Der Energiesparmodus „Herunterfahren (Energiesparen)“. Laut Microsoft verbraucht er bis zu 20-mal weniger Strom als der Ruhezustand, Updates werden trotzdem installiert. Dafür startet die Konsole etwas langsamer und ist nicht sofort aus der Ferne erreichbar.

Braucht ein OLED-Fernseher mehr Strom als ein LED-Fernseher?

Häufig ja, vor allem bei großen Bildschirmen und hellen Inhalten. Laut Umweltbundesamt brauchen LCD-Geräte mit LED-Hintergrundbeleuchtung technisch bedingt weniger. Entscheidend ist aber das konkrete Gerät: Vergleiche die kWh-Werte für SDR und HDR auf dem Energielabel.

Lohnt es sich, einen Streaming-Stick nachts vom Strom zu trennen?

Finanziell kaum. Selbst wenn ein Stick mit 5-Watt-Netzteil dauerhaft voll ziehen würde, wären das höchstens 14 Euro im Jahr bei 32 Cent pro kWh. Der tatsächliche Verbrauch liegt in der Regel darunter. Mehr bringt es, Soundbar, Receiver und Konsole richtig einzustellen.

Was bringt HDMI-CEC beim Stromsparen?

Mit HDMI-CEC schaltet die Fernbedienung des Fernsehers die per HDMI verbundenen Geräte wie Soundbar oder Receiver gleich mit aus. So bleibt nichts unbemerkt eingeschaltet. Aktiviere die Funktion am Fernseher und an jedem angeschlossenen Gerät.

Quellen

Alle Kostenbeispiele mit einem Strompreis von 32 Cent pro kWh. Angaben ohne Gewähr; bei technischen Fragen hilft eine Elektrofachkraft.

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